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Bilder von vergangenen Lichterprozessionen

 

Abendprozession am Oktavtag von Fronleichnam

Die Abendprozession zum Abschluss der Fronleichnamsoktav gehört seit vielen Jahren zum festen Bestandteil des religiösen Lebens unserer Gemeinde. In ihrer Form und Entstehung dürfte sie als einzigartig anzusprechen sein.
Im Jahre 1861 weilte Bischof Christoph Florentinus Kött aus Fulda vom 28.06. bis 01.07. in Auheims Mauern, um die heilige Firmung zu spenden. Es war um die Zeit des Ewigen Gebetes. Da beschloss der damalige Ortspfarrer Hartmann, jene Tage durch eine sakramentale Prozession auszuzeichnen, durch die gleichzeitig der Oberhirte geehrt werden sollte. Die Bewohner schmückten ihre Häuser wie zur Fronleichnams-prozession und stellten brennende Kerzen und die damals üblichen Öl- und Tranlichter dazu. Ihren Ausgang nahm die Prozession von der Jakobuskirche und kehrte, nachdem sie die Straßen des Ortskernes durchzogen hatte, wieder dahin zurück. Um den Prozessionsweg aufzuhellen, wurden in der Umgebung des Traghimmels Pechfackeln mitgeführt, während an den Straßenecken und vor der Kirche brennende Pechkränze lagen. Diese Prozession fand bei den Auheimern solchen Anklang, dass sie auch zum Ewigen Gebet in den kommenden Jahren gehalten wurde. Bei einem weiteren Bischofsbesuch Ende Juni 1865 ist die Prozession dadurch urkundlich bezeugt, dass die Gemeinde nach erhaltenen Rechnungen Zahlungen für Pechkränze, Fackeln, Fahnen, Musik und Schießpulver leistete.
Jahr für Jahr zog nun die Prozession zum Abschluss des Ewigen Gebetes durch die abendlichen Dorfstraßen. In späterer Zeit wurde sie auf den Oktavtag von Fronleichnam verlegt. Seit etwa 40 Jahren erhält diese Veranstaltung immer mehr den Charakter einer Lichterprozession, weil –erstmalig 1935- viele Teilnehmer brennende Kerzen mit bunten Windschirmchen trugen. Von der überreichen vielfarbigen Illumination der Häuser des Prozessionsweges hebt sich aber als besonders wirkungsvoll immer wieder der milde Schein der einfachen Kerzen ab, die in Fensteröffnungen flach und in Dreiecksform oder auch halbrund auf Holzleisten angeordnet sind.
Während des 2. Weltkrieges war die Prozession wegen der Verdunkelungsmaßnahmen verboten, so dass die Oktav mit einem feierlichen Umzug in der Kirche beschlossen wurde. Nach dem Krieg aber erstand die Prozession wieder. Dank der regen Mitarbeit unserer Jugend ist sie von Jahr zu Jahr schöner und die Beteiligung größer geworden. Längst wuchs sie über den Rahmen einer örtlichen religiösen Feier hinaus.
(Heinrich Kurzschenkel)